Der didaktische Schlüssel unserer Projekttage gegen Antisemitismus ist der Perspektivwechsel. Wenn Menschen bereit sind, die Sicht der Anderen einzunehmen, öffnen sie sich für ein empathisches und tolerantes Verhalten.
Perspektivwechsel I: Das Judentum und die Weltreligionen erkunden

Wir gehen auf Entdeckungsreise, was das Judentum ausmacht – worin der Glaube und jüdische Lebenswelten bestehen. Wir vergleichen das Judentum mit anderen Weltreligionen. Mit zwei jüdischen Gästen können die Schüler*innen in einen offenen Austausch über kulturelle Besonderheiten, religiöse Praktiken, aber auch Herausforderungen als Teil einer gesellschaftlichen Minderheit treten. So bekommen jüdische Menschen ein ganz konkretes Gesicht.

Perspektivwechsel II: Kurzinszenierungen zum erfolgreichen Umgang mit Antisemitismus
Wer etwas selbst erlebt hat, vergisst das nicht so schnell. Deswegen überlegen sich die Schülerinnen und Schüler fiktive oder reale Vorfälle gegen Antisemitismus mit einem positiven Ausgang, skizzieren diese auf Plakaten und führen wir kurze Theaterdarbietungen dazu auf, wie wir adäquat auf antisemitische Diskriminierungen reagieren können. Abschließend entstehen fiktive Tagebuch-Einträge, was Betroffene oder Zeugen in solchen Situationen fühlen und wie sie künftig vielleicht auch anders handeln können. Anschließend besprechen wir die dargestellte Situation und überlegen, wie wir uns künftig erfolgreich gegen Antisemitismus einsetzen können.
Perspektivwechsel III: Ansichten zum Nahostkonflikt

Das Gebiet Palästina blickt auf eine wechselhafte Geschichte zurück. Vor über zwei Jahrtausenden vertrieben, kehrten insbesondere im 20. Jahrhundert Millionen von Jüdinnen und Juden zurück. Nach der Gründung des Staates Israels im Jahr 1948 kam es jedoch zu zahlreichen Kriegen mit Nachbarstaaten und Konflikten mit den dort lebenden palästinensischen Mitmenschen.
Insbesondere der Terroranschlag vom 7. Oktober 2023 und der massive militärische Einsatz Israels im Gazastreifen lösten heftige Kontroversen aus und ist mit dafür verantwortlich, dass die Anzahl antisemitischer Straftaten seitdem sprunghaft anstieg.
Wir wollen die verschiedenen Perspektiven beleuchten und verstehen. Dabei wird deutlich, dass das Judentum nicht mit der Unterstützung der aktuellen Regierungspolitik des Staats Israels gleichgesetzt werden sollte. Zudem diskutieren wir das besondere Verhältnis zwischen Deutschland und Israel.